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08.02.2017, 09:30 Uhr
„Hygiene-Ampel sorgt für Pseudo-Transparenz“
Backwaren in 10. Generation - Johannes Röring bei Kremer & Sohn in Velen
Der Vredener CDU-Bundestagsabgeordnete Johannes Röring hat sich am vergangenen Freitag mit dem gelernten Bäcker- und Konditormeister Günther Kremer, dem Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft in Borken, Christoph Bruns, und dem Landtagskandidaten für den Wahlkreis Coesfeld I-Borken III, Wilhelm Korth, getroffen und über die von der rot-grünen Landesregierung geplante so genannte „Hygiene-Ampel“ diskutiert.
Voraussichtlich Mitte Februar soll im Nordrhein-Westfälischen Landtag die sogenannte „Hygiene-Ampel“ verabschiedet werden. Damit sollen lebensmittelerzeugende und -verarbeitende Betriebe wie Bäcker oder Fleischer eine Zusammenfassung der Lebensmittelkontrollen in Form einer rot-gelb-grünen Skala ins Schaufenster hängen. Das Betriebsergebnis wird mit einem Pfeil markiert.  
Für Johannes Röring kein sinnvolles Vorhaben: „Das sorgt für Pseudo-Transparenz, denn es wird auf jeden Fall Irritationen geben. Letztendlich gefährdet es gerade die kleinen handwerklichen Betriebe, die wir als schützenswert erachten. Wir entziehen den handelnden Personen unser Vertrauen und setzen sie einer ständigen Kontrolle aus, bei der Momentaufnahmen langfristige Konsequenzen für die Betriebe haben können.“
Es solle darum gehen, auch weiterhin „vernünftige Brötchen vom Bäcker vor Ort“ zu bekommen. Der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Borken, Christoph Bruns, berichtete von einer starken Ausdünnung der mittelständischen Handwerksbetriebe im Kreis Borken, da sie immer höheren Standards genügen müssen, die sie teilweise nicht mehr erfüllen können. Er betont in diesem Zusammenhang, dass es nicht darum gehe, sich den Kontrollen nicht stellen zu wollen. Vielmehr sei ihm die Gewichtung der Prüfergebnisse ein Dorn im Auge. So führten ältere Gebäude per se zu einer Herabstufung bei den Kontrollen, unabhängig von der Beschaffenheit im Inneren der Backstube. Auch mache es einen Unterschied, ob die Arbeitskleidung im eigenen Hause oder von einer Reinigung übernommen werde.
Günther Kremer, der zeitgleich auch das Amt des Kreishandwerksmeisters in Borken bekleidet, stellt daher fest, ihn und seine Kollegen dieses „Transparenzbelastungsgesetz vor immer höhere Herausforderungen stellt“ und die finanziellen Konsequenzen die kleinen Betriebe „langfristig nicht tragbar“ seien. Diese Ansicht teilt auch der Landtagskandidat Wilhelm Korth. Er betont, dass das Handwerk eine wichtige Rolle spielt, wenn es darum geht, ländliche Regionen zu stärken und Arbeitsplätze in unmittelbarer Nähe zum Wohnort zu erhalten.
Daher zeigt Johannes Röring für das Vorhaben der Landesregierung kein Verständnis und betont ausdrücklich, dass das geltende Recht den Überwachungsbehörden alle notwendigen Instrumente biete, um Hygiene-Verstöße zu ahnden.